rad-gleis.de

Eisenbahn heute und morgen

Studien rund um Stuttgart21:
      Rund um den Stresstest 2011
                      Stresstestfahrplan und
                      sonstige Stressquellen
            hier: Fahrstraßenausschlüsse
 
                        Weitere Kapitel:
                        Menu siehe hier rechts
 
      S21, K21 oder Kompromisse ?
            Stuttgart21, weder ja noch nein
            Ergänzung, Bewertung hierzu
            Die offiziellen S21- Vorteile
            S21- Verbesserungsvorschläge
            Neue Bahnhofsarchitektur
            Tunnel- Zulaufstrecken
 
      Mein Favorit: Hbf in Bad Cannstatt
            Startseite und Menu
 
Details zu Stuttgart21- Strecken und eigene Streckenstudien:
      Studien zu Aus- und Neubaustrecken
 

sonstige Themen, Hauptmenu

S21, Rund um den Stresstest ab Juli 2011

Einleitung, Quellen und Problematik
Kapitel 1, Fahrplan, Zu- und Abfahrten in der Spitzenstunde
Kapitel 2, Bemerkungen zu den Zusatzzügen
Kapitel 3, Fahrstraßenausschlüsse und ihre Auswirkungen (hier)
Kapitel 4, Auswirkungen einer Tunnelsperrung
Kapitel 5, Umsteigebeziehungen und Durchverbindungen außerhalb der Spitzenstunde
Kapitel 6, Stress auf den Bahnsteigen
Kapitel 7, Zusammenfassung, Ergänzungen und Konsequenzen
Anhang 1: Sammlung von leistungsfähigeren Kompromissvorschlägen
Anhang 2: Das Netz aufwertende Behelfe zum minimalen S21, Beispiel Voralb- S-Bahn
Anhang 3: Diskussionen Mitte 2016; Wie S21 zukunftsfähig gestalten?
 

Kapitel 3, Fahrstraßenausschlüsse und ihre Auswirkungen

Gleisplan des geplanten Tunnel- Hauptbahnhofs

Ein Gleisplan der beiden Gleisvorfelder des 8- gleisigen Tiefbahnhofs ist schon in der Schlichtung gezeigt worden. Von Interesse war jetzt noch, ob in den Unterlagen zum Stresstest ein geänderter Gleisplan auftauchen würde, der eine leistungsfähige Erweiterung auf zehn Gleise vorbereiten würde. Das war nicht der Fall. Die Gleise 9 und 10 sind nur als Parallelgleise mit Weichen zu den bisherigen äußeren Gleisen 1 und 8 angedeutet. Beim Stresstest wurden sie nicht mit berücksichtigt. Auch ich werde sie daher im Folgenden nicht mehr erwähnen.

Der Gleisplan, in den folgenden Bildern im Kopf dargestellt, ist fast symmetrisch aufgebaut. Die Gleise 5 bis 8 für die Fahrtrichtung Südost nach Nordwest, und die Gleise 1 bis 4 für die Fahrtrichtung Nordwest nach Südost können getrennt betrachtet werden, weil die Weichenverbindungen zwischen den Gleisen 4 und 5 im regulären Betrieb nicht genutzt werden.

 

Verwendet werden die Angaben aus der Tabelle in Kapitel 1. Achtung: In den vorab veröffentlichten Arbeitsunterlagen gibt es noch einige Widersprüche.
Deshalb ist auch die daraus abgeleitete Tabelle nur ein Zwischenstand für eine erste Orientierung.

Achtung: Tabellen analog zur Fahrtrichung angeordnet. Die erste Tabelle hat also von rechts nach links fortschreitende Zeit.
 

Nördliche Bahnhofshälfte


 

Legende zu den Bildern der linken Spalte:
grün: gerade freigegebene Fahrstraße
blau: ungestörte Fahrstraßen
rot   : gesperrte Fahrstraßen
 

Wie schon in Kapitel 1 bei der Fahrplantabelle erklärt, wurde für den zweiten Lauf des Stresstests (15.09.11) die Gleisbelegung im Tiefbahnhof bei fast einem Viertel der Züge geändert. Die Tabellen dieser Seite hier wären sehr unübersichtlich geworden, wenn ich alt und neu auf einer Seite zusammengefasst hätte. Weil für manche Gleisvertauschungen der Grund nicht offensichtlich war, könnte es der gewesen sein, die Fahrstraßenausschlüsse zu minimieren. Also lasse ich mal den ersten Versuch als eher abschreckendes Beispiel stehen.

Zu den Bildern:: Betrachten wir zunächst nur die nördliche Bahnhofshälfte mit den Gleisen 5 bis 8! Um jedes der vier Bahnsteiggleise mit beiden Einfahrtsgleisen zu verbinden, sind nur acht Fahrstraßen erforderlich. Weitere acht gibt es für die Ausfahrten. Das lässt sich noch graphisch darstellen, deutlicher als mit Tabellen, um die man sonst bei größeren Bahnhöfen nicht herumkommt.

Zu der unter den Bildern folgenden Tabelle: Die Einfahrten wurden mit Kleinbuchstaben, die Ausfahrten mit Großbuchstaben bezeichnet. Den grün gezeichneten Fahrstraßen habe ich in untenstehender Zugtabelle statt einer laufenden Nummer einen Namen gegeben, der aus dem Buchstaben der Ein- oder Ausfahrt und dem Bahnsteiggleis zusammengesetzt ist.

Bei den gesperrten Fahrstraßen sind nur die nicht selbstverständlichen aufgeführt. Selbstverständlich sind außerdem diejenigen gesperrt, die gleiches Ein- bzw. Ausfahrtgleis oder gleiches Bahnsteiggleis wie die gerade freigegebene Fahrstraße haben. Bei Zug Nr.1, freigegebene Einfahrt f5 (Von Filder zum Bahnsteiggleis 5), sind z.B. alle Fahrstraßen mit ' f ' nicht nutzbar, also f6, f7 und f8. Auch p5 geht natürlich nicht, weil ja gerade die Auswirkung einer Einfahrt auf Gleis 5 untersucht wird. Drei Fahrstraßen sind in diesem Beispiel ungestört, sie sind im letzten Teilbild der rechten Spalte blau dargestellt.

Verspätungsanfällige Züge
In Kapitel 1 waren solche Züge als anfällig für die Übernahme von Verspätungen ermittelt worden, die in Abstand weniger Minuten dasselbe Ein- bzw. Ausfahrtsgleis benutzen. Auch wenn sie verschiedene Tunnel befahren, können sich Züge behindern, wenn sie kurz nacheinander über dieselbe Weiche fahren müssen. Wenn also der zweite Zug wenige Minuten später eine Fahrstraße belegen muss, die durch die Fahrstraße des ersten Zuges ausgeschlossen wurde.

Solche Engstellen habe ich in der Tabelle gelb hervorgehoben. Weil die Tabelle nach Einfahrzeit sortiert ist, muss man auf die Ausfahrtzeit schauen, um Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten.

Der Zug Nummer 6 belegt bei seiner Ausfahrt um 0716 die Fahrstraße Z8, die alle Fahrstraßen nach Bad Cannstatt ausschließt. Da bei Zug 6 nur eine Haltezeit von einer Minute geplant ist, muss mit verspäteter Abfahrt gerechnet werden. Vier Minuten später wird für den Zug 5 aber der Fahrweg C7 benötigt. Eine Verspätung von etwa vier Minuten wird also weitergegeben. Bei größeren Verspätungen wird man ggf. Zug 5 pünktlich fahren lassen und Zug 6 noch länger zurückhalten. In jedem Fall aber Verspätungen durch den Fahrstraßenengpass.

Eine Verspätung von Zug 16 kann gleich zwei Züge, die direkt hintereinander ausfahren sollen, beeinflussen.

Auf der Einfahrseite gibt es weniger Probleme, weil man in der Regel die Züge auf Gleise hat einfahren lassen, die auf derselben Seite wie die Zufahrtstunnel liegen. Zug 12 ist der einzige, der schon bei der Einfahrt alle anderen Gleise kreuzt, um dafür eine optimale Ausfahrt vorzufinden. Der von ihm eventuell behinderte Zug 13 geht jedoch ebenfalls nur zum Abstellbahnhof.

Fahrstraßenausschlüsse zu den Gleisen 5 bis 8:

Nr.   Stuttg.  Nach          gesperrte   Aus-        Ein-  gesperrte      Von 
      an-ab                   Fahrstr.   fahrt Gleis fahrt  Fahrstr.
____________________________________________________________________________________

 1   0700-0705 Vaihingen <---  -   -   -  Z5     5    f5    -   -   -   <---Ulm    
 2   0703-0709 Heidelbg. <--- C5,  -   -  Z6     6    p6   f7, f8   -   <---Tübingen 
 3   0707-0712 C+Abstell <---  -   -   -  C8     8    p8    -   -   -   <---Ulm  
 4   0708-0712 Heilbronn <--- C5, C6   -  Z7     7    f7   p5, p6   -   <---Ulm     
 5   0714-0720 Schw.Hall <--- Z8   -   -  C7     7a   f7   p5  p6   -   <---Singen  
 6   0715-0716 Mannheim  <--- C5, C6, C7  Z8     8a   p8    -   -   -   <---Tübingen
 7   0718-0721 Karlsruhe <--- C5   -   -  Z6     6    f6   p5   -   -   <---Tübingen 
 8   0720-0729 Aalen     <---  -   -   -  C8     8    p8    -   -   -   <---Ulm     
 9   0723-0726 Mannheim  <---  -   -   -  Z5     5    f5    -   -   -   <---Ulm, ICE
10   0726-0731 Vaihingen <--- C5, C6   -  Z7     7    p7   f8   -   -   <---Ulm 
11   0728-0733 Abstellbf <--- Z7, Z8   -  C6     6    f6   p5   -   -   <---Rottweil 
12   0732-0738 Abstellbf <---  -   -   -  C8     8a   f8   p5, p6, p7   <---Ulm
13   0735-0741 Abstellbf <--- Z8   -   -  C7     7    p7   f8   -   -   <---Tübingen
14   0735-0749 Heidelbg. <---  -   -   -  Z5     5    f5    -   -   -   <---Ulm, IC  
15   0739-0742 Heidelbg. <--- C5   -   -  Z6     6    f6   p5   -   -   <---Ulm, EC
16   0744-0746 Osterbur. <--- C5, C6, C7  Z8     8    p8    -   -   -   <---Tübingen
17   0745-0748 Aalen-Nü. <--- Z8   -   -  C7     7    f7   p5, p6   -   <---Zürich         
18   0749-0800 Aalen     <--- Z8   -   -  C7     7a   f7   p5, p6   -   <---Tübingen 
19   0753-0756 Mannheim  <--- C5   -   -  Z6     6    f6   p5   -   -   <---Ulm, ICE 
20   0755-0805 Abstellbf <---  -   -   -  Z5     5    f5   -    -   -   <---Ulm, IC
21   0759-0803 Karlsruhe <--- C5, C6, C7  Z8     8    p8   -    -   -   <---Ulm
22   0759-0807 Abstellbf <--- Z7, Z8   -  C6     6a   f6   p5   -   -   <---Singen 

Südliche Bahnhofshälfte

Symmetrie
Auf den ersten Blick ist die Südhälfte das Spiegelbild der Nordhälfte. Bei genauem Hinsehen entdeckt man aber doch einen Unterschied, der nichts mit dem einseitigen Anschlusses der Ringstrecken, also der Tunnel nach Bad Cannstatt und Plochingen/Abstellbahnhof, zu tun hat. Ich meine die Darstellungsweise der Weichen in Vorfeld der Gleise 2 und 3 bzw. 6 und 7. Bezüglich der Fahrstraßenausschlüsse macht es keinen Unterschied. Deshalb habe ich versucht zu ergründen, warum die Einfahrten anders gezeichnet sind als die Ausfahrten. Nun bin ich froh, dass ich die Darstellungsweise unverändert übernommen habe.

Im Bild links habe ich in der oberen Hälfte, die in diesem Abschnitt sonst nicht benötigt wird, das Schema farblich hervorgehoben. Es zeigt hellblau die bevorzugten Fahrstraßen. Sie kommen auf der Einfahrtsseite ohne Kreuzung aus. Ein optimaler Bahnhof hätte auf der Ausfahrseite statt der Kreuzung eine Überwerfung. Die nicht hellblau hinterlegten Verbindungen werden nur dann benötigt, wenn die Vorzugsgleise belegt sind.

Verspätungsanfällige Züge
Wie die gelb hervorgehobenen Fahrstraßen zu verstehen sind, habe ich oben bei den Gleisen 5 bis 8 erklärt. Auch hier ist wieder zu beachten, dass die Züge nicht nach der Ausfahrzeit sortiert sind. Zug 24, Abfahrt um 0710 Uhr, erzeugt bei seiner Ausfahrt den Fahrstraßenausschluss F1. F1 wird aber zwei Minuten später von Zug 23 benötigt.

Beurteilung: Beim Stresstest- Fahrplan überwiegen die in Kapitel 1 beschriebenen Folgen der teilweise überlasteten Zuführungstunnel auf den pünktlichen Betriebsablauf. Die Fahrstraßenausschlüsse wirken sich weniger stark aus, als befürchtet, weil viele Züge passend durchverbunden wurden. Stellt man jedoch die Wünsche der Reisenden in den Mittelpunkt, möchte man mehrmals pro Stunde fahrende Linien reihum auf mehrere verschiedene Strecken durchverbinden. Dann könnten nicht zeitgebundene Fahrgäste umsteigefreie Verbindungen wählen. Ein solcher Fahrplan wird viel mehr Probleme mit den sich kreuzenden Fahrstraßen haben.

Fahrstraßenausschlüsse zu den Gleisen 1 bis 4:

Nr.   Stuttg.  Von         gesperrte   Ein-        Aus-  gesperrte      Nach 
      an-ab                 Fahrstr.   fahrt Gleis fahrt  Fahrstr.
____________________________________________________________________________________

23   0702-0712 Aalen       -   -   -   c1    1a    F1    P2, P3, P4   Tübingen
24   0701-0710 Heilbronn  c4   -   -   z3    3     P3    F1, F2   -   Abstellbf.
25   0704-0707 Mannheim    -   -   -   z4    4     F4     -   -   -   Ulm,München, ICE 
26   0705-0708 Ulm- B.C.  z1   -   -   c2    2     P2    F1   -   -   Ulm 
27   0708-0719 Vaihingen  c4   -   -   z3    3a    P3    F1, F2   -   Abstellbf. 
28   0710-0715 Schw.Hall  z1, z2, z3   c4    4     F4     -   -   -   Horb 
29   0714-0716 Osterbur.   -   -   -   z4    4a    P4    F1, F2, F3   Tübingen 
30   0716-0722 Aalen       -   -   -   c1    1     P1     -   -   -   Abstellbf.
31   0718-0726 Heilbronn  c3, c4   -   z2    2     P2    F1   -   -   Abstellbf.
32   0722-0725 Karlsruhe   -   -   -   z4    4     F4     -   -   -   Ulm,München,IC
33   0725-0729 Karlsruhe  c3, c4   -   z2    2a    P2    F1   -   -   Abstellbf.
34   0727-0733 Schw.Hall   -   -   -   c1    1     P1     -   -   -   Abstellbf.
35   0728-0731 Vaihingen   -   -   -   z4    4     F4     -   -   -   Ulm, IC
36   0730-0739 Aalen       -   -   -   c1    1a    P1     -   -   -   Ulm
37   0731-0737 Heilbronn  c4   -   -   z3    3     P3    F1, F2   -   Abstellbf.
38   0734-0737 Mannheim    -   -   -   z4    4     F4     -   -   -   Ulm,München, ICE
39   0737-0743 Vaihingen  c3, c4   -   z2    2a    P2    F1   -   -   Abstellbf.
40   0738-0742 Muhlacker   -   -   -   z4    4a    F4     -   -   -   Tübingen
41   0740-0748 Schw.Hall  z1, z2   -   c3    3     F3    P4   -   -   Rottweil
42   0744-0746 Heilbronn  c2, c3, c4   z1    1     P1     -   -   -   Tübingen 
43   0747-0750 Goepp-B.C. z1   -   -   c2    2     P2    F1   -   -   Göppingen
44   0748-0751 Wuerzburg  c4   -   -   z3    3a    F3    P4   -   -   Ulm   
45   0751-0758 Aalen       -   -   -   c1    1     P1     -   -   -   Abstellbf.
46   0752-0755 Karlsruhe   -   -   -   z4    4     P4    F1, F2, F3   Abstellbf.
47   0755-0804 Schw.Hall  z1   -   -   c2    2     P2    F1   -   -   Abstellbf. 
48   0757-0802 Karlsruhe  c4   -   -   z3    3     P3    F1, F2   -   Ulm 
49   0759-0801 Vaihingen   -   -   -   z4    4     F4     -   -   -   Ulm 

Stand 16.09.11               Fortsetzung: Kapitel 4, Auswirkungen einer Tunnelsperrung                                                            Zurück zur Startseite