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Gründe für Stuttgart21 laut "das-neue-herz-europas.de"
und meine Bemerkungen dazu

Beim Suchen im Internet nach den Vorteilen von Stuttgart21 landet man unweigerlich bei der Seite
das-neue-herz-europas.de. Dort sind 21 Vorteile aufgelistet, zu denen man beim Anklicken Erklärungen lesen kann, die beim nächsten Klick ganz schnell wieder verschwinden. Ob dadurch verhindert werden soll, die Vorteile zu vergleichen? Die Zahl 21 legt die Vermutung nahe, dass einige Vorteile doppelt vorkommen. Denn Stuttgart21 hieß ja schon vorher so, bevor man 21 Vorteile formulierte. Es half also nichts, ich musste mir die Texte genauer ansehen.

Achtung! Hier ist nur von den (angeblichen?) Vorteilen die Rede. Die Nachteile findet man z.B. in den Gutachten, die bei Kopfbahnhof-21 verlinkt sind. Nachdem ich soviele Nachteile gelesen hatte, war ich fast überrascht, dass auch einige Vorteile übrig blieben. Das Spektrum reicht auf der anderen Seite bis zu Behauptungen, die sich als Potemkinsche Dörfer herausstellen könnten.

Einige Formulierungen in "das-neue-herz-europas.de" muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ich empfehle, die jeweiligen Originaltexte daneben in einem zweiten Browserfenster zu öffnen. Hier sind nur die Überschriften, Stichworte und einige gekürzte Zitate zur Erinnerung aufgeführt.

 

Gründe laut 21 gute Gründe

Mein Kommentar dazu

          Hier sind nur Überschriften und einige Ausschnitte
          zur Erinnerung zitiert.  Im Original lesen!
 
 
 
 
 
 
"Vorteile für uns: Als Verkehrsteilnehmer
1. Bahnprojekt Stuttgart-Ulm: Mit Komfort durch Europa:

"... schneller und bequemer. Die Züge müssen an der Geislinger Steige, dem größten Engpass des europäischen Schienennetzes, nicht mehr herunterbremsen. Stuttgart- München ... eineinhalb Stunden."

Diese Kommentare waren ursprünglich nur eine Sammlung von Notizen, die ich mir, wie üblich, direkt in eine Kopie der Ursprungsseite hineingeschrieben hatte. Später, als ich ein Forum fand, in dem weitgehend unpolemisch über Sachthemen diskutiert wird, verbesserte ich die Formulierungen, tauglich als Forumsbeiträge. Dort mag ich nämlich nicht spontan drauflos schreiben. Zu leicht unterschlägt man ein wichtiges Argument oder formuliert es so, dass es missverstanden werden kann. Und schon geht die Diskussion in die falsche Richtung.

Ich musste feststellen, dass fast alle Punkte im Forum schon von anderen Teilnehmern, teils sogar mit ähnlichen Worten, angesprochen wurden. Weil dort oft die Begründungen fehlen, vielleicht weil sie den Fachleuten selbstverständlich sind, und weil die Forumsbeiträge selbst mit Suchmaschinen schwer zu finden sind, habe ich mich entschlossen, diese Sammlung von Kommentaren hier anzuhängen.
 
 

akzeptiert, allerdings kenne ich größere Engpässe als die Geislinger Steige, z. B. den Kölner Hauptbahnhof, der manchmal als Vorbild für die in Stuttgart21 geplante Bahnsteiggleis- Belegung genannt wird.

2. Schnell in alle Richtungen
"... kreuzen sich die Ost-West-Magistrale von Paris nach Wien, Bratislava und Budapest sowie die Nord-Süd-Magistrale von Amsterdam nach Sizilien. Das Land wird zentraler Knotenpunkt..."

Ein Knotenpunkt dient dem Umsteigen. Niemand wird von der Pariser Magistrale in Stuttgart in die Magistrale nach Sizilien umsteigen. Wenn die Gotthardstrecke damit gemeint ist, steigt man in Straßburg um. Wenn die Brennerstrecke genommen wird, in München. Und von Frankreich nach Italien fährt niemand über Deutschland. Entsprechendes gilt für die anderen Magistralen.

3. Ohne Umsteigen quer durchs Land
"Fern- und Regionalverkehr werden ... schneller und besser aufeinander abgestimmt. Alle Fahrgäste werden davon profitieren – sei es von kürzeren Reisezeiten, sei es von der Anbindung an Flughafen und Messe....
mehr Direktverbindungen"

Wie man aus Nachteilen Vorteile macht:
1) Man nehme einen Nachteil, hier die zu geringe Zahl von Bahnsteiggleisen,
    mit der Folge, dass Züge auf Durchmesserlinien durchgebunden
    werden müssen, und dafür ein teurer Schienenring gebaut werden muss.
2) Man denke sich statt  " mindestens fünf Sechstel der Fahrgäste
    müssen umsteigen" positiv formuliert  "maximal ein Sechstel kann
    im Zug sitzen bleiben".
           Anmerkung zu "ein Sechstel der Fahrgäste"
3) Weil ein Sechstel aber verdammt wenig ist, nehme man Argumente hinzu, die von anderen
    Kapiteln wiederholt werden: Kürzere Reisezeit und Flughafenstrecke.
4) Jetzt kann man unter die Überschrift  "Ohne Umsteigen..." endlich
    den Schlüsselsatz unterbringen: "Alle werden davon profitieren".

4. Vernunft siegt – deutlich mehrZüge auf halb so vielen Gleisen
Durchgangsbahnhof ... "Das heißt, mit nur halb so vielen Gleisen können hier künftig deutlich mehr Züge in den Bahnhof ein- und ausfahren."

Was ist wichtiger, halten oder fahren? Wenn es nur darum geht, wieviele Züge pro Zeit ein- und ausfahren können, lassen sich beim Durchgangsbahnhof und Kopfbahnhof dieselben Zahlen erreichen. Sie hängen nur von der Anzahl der Gleise und der Standzeit am Bahnsteig ab. Selbst ein Lokomotivwechsel hat damals die Ein-/ Ausfahrtgleise nicht behindert, wenn eine dritte Ebene mit Rangiergleisen vorhanden war. Bei den heutigen Wendezügen reicht eine kreuzungsfreie Ebene pro Strecke und Fahrtrichtung. Der Vorteil des Durchgangsbahnhofs ist die Verteilung dieser niveaufreien Kreuzungen auf eine größere Fläche. Nebeneinander sind sie billiger zu bauen als übereinander. Allerdings nur im freien Feld und nicht in dicht besiedeltem Gebiet oder im Tunnel.

5. Aller guten Dinge sind drei
... Flughafenbahnhof, Hauptbahnhof und die S-Bahnstation Mittnachtstraße. "... Der Durchgangsbahnhof verbessert auch den Regionalverkehr und ermöglicht schnellere und direkte Verbindungen. Fluggäste sind vom Hauptbahnhof in acht Minuten am Bahnhof Flughafen/Messe."

Keine Einwände gegen zwei weitere Haltepunkte. Mich stört allerdings als Steuerzahler die Vermischung mit dem Stuttgarter Hauptbahnhof und der Schnellfahrstrecke. Kosten für die S- Bahn sollten, wenn überhaupt aus Bundesmitteln, aus anderen Töpfen kommen. Wenn ein Satz besonders oft wiederholt wird, nach der "Holzhammermethode", werde ich misstrauisch: "Der Durchgangsbahnhof verbessert den Regionalverkehr" - Grundsätzlich wohl kaum, siehe oben, allenfalls durch einige Details.

6. Dreh- und Angelpunkt auf den Fildern
"... ein vernetztes Verkehrsangebot für Auto-, Zug- und Flugverkehr. ... Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Filderraum mit seinen rund 150.000 Einwohnern und 100.000 Arbeitsplätzen."

ICE- Bahnhof Fildern: Damit ein ICE- Halt volle Berechtigung erhält, muss er vom Flughafenbahnhof zu einem wichtigeren Knoten aufgewertet werden. Auch 150.000 Einwohner reichen noch nicht, wenn zwei Stationen so nahe beieinander liegen. Mit einem Halt im Filderbahnhof könnte ich mich nur dann anfreunden, wenn dort der End- und Umsteigebahnhof einiger Regionallinien von Süden wäre, und somit Stuttgart21 entlastet würde. Beispiel: Abwechselnd Tübingen- Plochingen S- Bahn, und Tübingen- Fildern- Böblingen.

7. Schneller umsteigen
"... S-Bahn-Station Mittnachtstraße bindet das künftige Rosensteinviertel an. ... Umsteigen zwischen Feuerbach und Bad Cannstatt ... Hauptbahnhof wird entlastet."

Wenn Bedarf besteht, sollte man die Fahrgäste nicht zum Umsteigen zwingen, sondern eine Linie abbiegen lassen. Wenn es nur um wenige Umsteiger geht, ist das einer der Punkte, die man hätte weglassen können, wenn man nicht 21 hätte zusammenkratzen müssen.

8. Schneller ankommen
"...Fahrzeiten im Fern- und Regionalverkehr erheblich kürzer. Einige Beispiele, die für sich sprechen:...."

Interessanter wäre ein Vergleich mit den bei Kopfbahnhof21 und weiteren Varianten erreichbaren Fahrzeitverkürzungen. Aber es sind ja Beispiele, die  "für sich sprechen", wie korrekt formuliert wurde, und nicht unbedingt für den großen Durchschnitt aller Verbindungen sprechen.

"Vorteile für uns: Als Umweltschützer
9. Weniger Autos, bessere Luft

"...Wissenschaftler haben errechnet, dass rund 18 Millionen Pkw-Fahrten mit 350 Millionen Kilometern pro Jahr ... auf die Schiene verlagert werden. ... rund 70.000 Tonnen Kohlendioxid."

Das klingt nach viel, kann aber bei der nächsten Ölkrise und den dann immer noch vorherrschenden Spritfressern bei Weitem übertroffen werden. Wie es dann auf den vier Bahnsteigen von Stuttgart21 zugehen wird, mag ich mir garnicht ausmalen.

10. Ruhe bitte!
"... fährt der Großteil der Fernzüge nicht mehr durch das Neckartal. ... mehr als 30 Kilometer der Strecke in Tunnels"

Stimmt, aber nur Fern-züge, und zu welchem Preis! Weil entlang des Neckars zwischen Bahn und Wohnbebauung vielerorts Industrie angesiedelt ist, reichen Lärmschutzmaßnahmen, wie an anderen ICE- Strecken. Hätte man statt Neckartal aber Filstal geschrieben, müsste ich uneingeschränkt beipflichten.

11. Aus alt mach neu
"...auf der grünen Wiese schonen. Sechzig Hektar Neubauflächen wurden aus dem Flächennutzungsplan gestrichen, denn Stuttgart soll auf den alten Gleisflächen wachsen."

(Bewertung hängt von Details ab)

12. Ökologisch bauen wird Standard
"... Rosensteinviertel... gibt die Stadt den Ton an. Sie hat frühzeitig die Flächen gekauft und wird dafür sorgen, dass neue Gebäude umweltfreundliche Energien nutzen... CO2-neutral"

(Hoffen wir das Beste!)

"Vorteile für uns: Als Einwohner
13. Jahrhundertchance für die Stadtentwicklung

"... werden ...über 100 Hektar Gleisflächen frei. Die Stadt kann sich im Zentrum neu entwickeln. ... Stuttgarter Norden und Osten wachsen wieder zusammen."

Gleisflächen lassen sich auch auf einem Betondeckel überbauen. Dabei ist die Lärmbelastung durch niederfrequenten Körperschall ähnlich wie bei Stuttgart21 über den Tunnelstrecken, also durch dieselben Maßnahmen reduzierbar.

14. Der neue Bahnhof setzt Zeichen
"...markantes Zeichen ...außergewöhnlichen Form ... bisher einzigartig in der Architekturgeschichte. ..."

Die Touristen werden strömen. Jeder muss doch mal seine Sinne testen. Ist der Bahnsteig wirklich abschüssig, oder war es zuviel Alkohol? Nüchterne werden sich über den unebenen Bodenbelag ärgern, der den Trolly hüpfen lässt. Er soll das Wegrollen von Kinderwagen usw. verhindern.

15. Mittendrin und doch im Grünen
"...das neue Rosensteinviertel – zentral, ... und mitten im Grünen. ... Lebensraum ... für mehr als 35.000 Menschen."

(Hoffen wir das Beste!)

16. Mehr Grün – weniger Umweltbelastung
"... entstehen Parkflächen in der Größe von rund 30 Fußballfeldern... Grünanlagen mit ihren rund 4200 neu gepflanzten Bäumen..."

(Ob das die 35000 Menschen ausgleicht?)

"Vorteile für uns: Als Arbeitnehmer
17. Mehr Wachstum in Region und Land

"... werden Stadt, Region und Land Teil der zentralen wirtschaftlichen Entwicklungsachse im Herzen Europas. ... führt zu wirtschaftlichem Wachstum."

Ist mehr Wachstum in Ballungsgebieten sinnvoll? Ballungsgebiete werden mit dem Klimawandel immer anfälliger. Stuttgart ist wohl relativ unkritisch, aber Wassermangel und Hitzekollaps kann man sich da schon vorstellen.

18. Mehr Arbeitsplätze
"In den nächsten 15 Jahren werden allein in Stuttgart vier Milliarden Euro Bauvolumen für den Umbau des Bahnknotens und vier Milliarden Euro für die städtebauliche Entwicklung investiert. ... schafft rund 4000 neue Arbeitsplätze..."

Wieviel von den vier Milliarden bleiben in der Region? Gerade in der Bauwirtschaft erhalten oft ferne Firmen den Zuschlag, und osteuropäische Arbeiter werden nach Stuttgart strömen. Dagegen habe ich nichts, nur dagegen, mit der Ankündigung von vielen neuen Arbeitsplätzen unsichere Hoffnungen zu schüren.

"Vorteile für uns: Als Steuerzahler
19. Starke Partner

"Die Deutsche Bahn, der Bund, das Land, die Landeshauptstadt Stuttgart und die Region ... Kostenrisiken schon vor Projektbeginn umfassend analysiert und finanziell abgesichert."

Wenn es um soviel Geld für ein Verkehrsprojekt geht, sollte Europa auch mitzureden haben. Aus Sicht Europas hat der Güterverkehr Vorrang. Jetzt ist vielleicht die letzte Gelegenheit, eine reine Personen- Schnellfahrstrecke zu bauen. Die zusätzliche West- Ost- Güterstrecke könnte in Planung gehen, auch wieder auf Kosten des Steuerzahlers, bevor Stuttgart21 fertig ist. Sie könnte dann allerdings weit am Exportherz Stuttgart vorbeiführen.

20. Mehr Einnahmen
"...Das bedeutet, dass die Stadt Stuttgart langfristig mehr Steuern einnimmt, als ihr Finanzierungsanteil am Bahnprojekt kosten wird. ..."

Steuerzahler aus ganz Deutschland sollen der Stadt Stuttgart zu künftigen Steuereinnahmen verhelfen. Wenn in einem Volksentscheid nur die Stuttgarter abstimmen dürfen, brauchen sich die Befürworter keine Sorgen zu machen. "Geld her!"   hat immer die beste Wirkung.

"Vorteile für uns: Das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm
21. Mehr Zukunft

"...rücken wir in die Mitte Europas und können zum neuen Herz Europas werden.... Das investierte Geld wird langfristig hohe Zinsen tragen..."

(Damit die 21 voll wird: Keine neuen Argumente, alles oben schon zu finden.)

Gründe laut Regionalverbindungen

....
"Minimierung des Umsteigebedarfs und der Reisezeit
Kürzere Aufenthaltszeiten
Weniger PKW-/LKW Verkehr in der Region
Entlastung für die Filder
Zusätzlich zur heutigen S-Bahn wird der Filderraum durch Regionalzüge in Richtung Tübingen und Horb erschlossen.
Besserer Anschluss ... für
Waiblingen, ... Böblingen/ Sindelfingen...
Reisende aus dem Süden der Region oder des Landes Baden-Württemberg können künftig am Bahnhof Flughafen/Messe in Richtung München umsteigen.
Kürzere Fahrzeiten"

Zusammenfassung der oben unter den Punkten 3, 8 und 9 genannten Vorteile
 
 
Siehe oben, zu Punkt 6 Zur Erfüllung dieser Wünsche müsste der Filderbahnhof gegenüber der alten Planung verbessert werden, worüber, wie gemeldet wurde, auch nachgedacht werden soll.

Gründe laut Fernverkehr

"Direkter Anschluss
....die leistungsfähige Neubaustrecke Stuttgart – Ulm .... schafft Raum für weitere Verbesserungen im Regionalverkehr auf der bestehenden Filstalstrecke (über Göppingen).

Leistungsfähiger Hauptbahnhof
....8 Bahnsteige - 8 Zufahrtsgleise. Die Kapazität erhöht sich – im Vergleich zu heute – erheblich und die Fahrtzeiten verkürzen sich...

Hochgeschwindigkeitszüge im Stundentakt ...."

 
 
 
Oha, doch noch ein Nahverkehrs- Vorteil im Kapitel Fernverkehr. Akzeptiert.
 
 
 
Die unbestrittenen Nachteile der heutigen Zufahrtsgleise, die erst seit dem Umbau für die S- Bahn bestehen, hätte man auch ohne Stuttgart21 längst beseitigen können. Selbstverständlichkeiten kann ich nicht als Vorteil ansehen.
Die durchfahrenden Reisenden in den ICEs wünschen sich die kürzeste Fahrzeit, also keine Umwege ( Flughafen! ) und keine Langsamfahrstrecken ( Fildertunnel und insbesondere Hauptbahnhof bis Kornwestheim ). Der eigentliche Vorteil einer Schnellfahrstrecke ist hier zugunsten von Vorteilen, die nichts mit dem Schnellverkehr zu tun haben, verschenkt worden.

_______

Die weiteren Seiten von das-neue-herz-europas.de habe ich hier nicht aufgenommen, weil sie mehr für die Stuttgarter als für die Bahnreisenden interessant sind. Man gibt sich z.B. große Mühe, zu zeigen, wie die Baustellen- Belästigungen minimiert werden sollen.

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In dieser Sammlung der Vorteile können wir nun eine Bilanz erstellen:
      Dabei sind die Punkte, die den Reisenden im Fern- oder Regionalverkehr interessieren, hervorgehoben.
Echter Vorteil: 10, 11, 12
Nicht voll wirkender Vorteil: 1, 4, 6, 8, 9, 18
Unverhältnismäßig teurer Vorteil: 7, 13, 14
Potemkinscher Vorteil: 2, 17    1)
Nachteil als Vorteil verkauft: 3, 19, 20
Doppelnennungen: 5 = 6 usw.; 15 = 11 +12; 16 = 12; 21 = 2 + 17
 
1) Hier hatte ich beim ersten Durchgang einige Punkte mehr, habe mich dann aber vom Optimismus der Befürworter anstecken lassen. Wenn ich also hinter der Potemkinschen Fassade wenigstens eine Hütte vermutet habe, wurde der Punkt auf eine andere Zeile verschoben.

Aus Sicht des Bahnreisenden habe ich also keinen einzigen echten Vorteil gefunden, nur einige "mit wenn und aber". Den Stuttgartern kommen einige Vorteile zugute, so dass sie vielleicht sogar in der Mehrheit sagen: "Wenns hauptsächlich von den anderen bezahlt wird, solls uns recht sein." Sonstige Deutsche oder Europäer kann diese Sammlung lokaler Vorteile nicht beeindrucken.

 
 
 
 
 
Anmerkungen zum Anteil der in durchgebundenen Zügen sitzen bleibenden Fahrgäste:

Statt "ein Sechstel" hätte ich auch "ein Zehntel" oder eine noch kleinere Prozentzahl schreiben können. Der Anteil der in weiterfahrenden Regionalzügen im Stuttgarter Hauptbahnhof verbleibenden Fahrgäste wäre im Tagesverlauf stark schwankend und wahrscheinlich nur auf wenigen Verbindungen von Nutzen. Man kennt das Problem von städtischen Omnibusnetzen, die auch meistens aus Durchmesserlinien bestehen, und an denen nach Fahrgastbefragungen und Zählungen immer wieder herumgebastelt wird. Die meisten Fahrgäste sind unzufrieden, weil sie umsteigen müssen. Aber gegen die mathematischen Regeln ist nichts zu machen.

Bei dem in Bild 1 vereinfacht dargestellten Streckennetz der Regionalzüge wurde die S- Bahn nach Filderstadt mit aufgenommen, weil der Flughafen ein auch für durchgebundene Regionalzüge interessantes Ziel sein könnte. Es sind acht Linien, die paarweise gebündelt aus vier Richtungen zum Hauptbahnhof kommen. Ob es ein Kopf- oder Durchgangsbahnhof ist, spielt für grundsätzliche Überlegungen zunächst keine Rolle.

Bild 2 ist selbsterklärend. Das im Haupttext genannte "Sechstel" bezieht sich also auf die Gesamtzahl der Weiterfahrenden, die sich gleichmäßig auf sechs Linien verteilen. Darunter ist noch der Fall dargestellt, dass eine Linie doppelt soviel Verkehr aufweist. Wenn man die Zahl derer, die im Zug sitzenbleiben können, auf die Zahl derer bezieht, die bei der Einfahrt nach Stuttgart im Zug sind, kommt man zu noch kleineren Anteilsprozenten. Wenn tagsüber die Hälfte ihr Ziel in Stuttgart hat bzw. in Fernzüge oder Nahverkehr umsteigt, ergeben sich also nur 1/12 = 8,3 % und 1/7 = 14,3 %. Im Berufsverkehr wird mit noch kleineren Anteilen zu rechnen sein.

Stand 26.09.10                                           Zurück zur Startseite                      Zurück zur Seite Stuttgart21, weder ja noch nein