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Stuttgart21, Stresstest Juli 2011Einleitung und Quellen Kapitel 1, Fahrplan mit Bemerkungen, Zu- und Abfahrten in der SpitzenstundeAuch Kapitel 2, Bemerkungen zu den Zusatzzügen ist hier weiter unten zu finden. Auf dieser Seite sind also die Fragen zusammengefasst, zu deren Beantwortung man den Stresstest- Fahrplan der Spitzenstunde benötigt. Die Seite ist dadurch etwas länger geworden, aber man muss zum Nachschauen im Fahrplan nicht ständig die Seite wechseln. Gleich vorweg möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es im Stresstest immer nur um die Leistungsfähigkeit des 8−gleisigen Tiefbahnhofs geht. Bei der Simulation hat man zwar die Zulaufstrecken und auch die durch S− Bahnen vorgegebenen Randbedingungen berücksichtigt, aber bei den S− Bahnen keine entsprechende Erhöhung der Zugzahlen vorgesehen. Diese fahren in der Spitzenstunde auf allen Linien im 15− Minuten- Takt. Sechs Linien mal zwei Richtungen mal vier sind 48 S− Bahnzüge pro Stunde. Im Fahrplan von 2010 sind es 42 abgehende Züge, also auch schon weitgehend im 15−Minuten- Takt. Nur Linie S5 hat 30−Minuten- Takt, und Linie S4 lässt zwei Züge aus. Wenn nach dem Stresstest- Fahrplan 30% mehr Regional- und Fernzüge eintreffen, kann man davon ausgehen, dass mindestens 30% mehr Fahrgäste auch zwischen diesen Zügen und den S− Bahnen umsteigen werden. Denn wahrscheinlich werden alle Nahverkehrslinien etwa im gleichen Umfang zulegen. Das könnten die S− Bahnen nur dann verkraften, wenn sie mit längeren Zügen fahren würden. Wenn also heute nur in Doppeltraktion gefahren würde, und überall Platz für Dreifachtraktion wäre. |
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Weitere Fahrplandarstellungen: Parallel zu meiner Arbeit hat auch mcrx im Forum Stuttgart21 des drehscheibe- Forums
einen übersichtlichen Fahrplan extrahiert. Dieser geht über die Zeitgrenzen 0700 bis 0800 Uhr hinaus und enthält
mehr Angaben zum Zuglauf außerhalb der Region Stuttgart. Auf Angaben zu Nachbarknoten und Bad Cannstatt wurde dort verzichtet.
Fahrplan, eingestellt bei docs.google.com
Gleisbelegungsplan, ebenso Anmerkungen: Über die Schleife über Untertürkheim bzw. Bad Cannstatt wendende Züge erscheinen unter verschiedenen Zugnummern im oberen und im unteren Tabellenteil, zusammengefasst durch grauen oder gelben Hintergrund. |
In den vorab veröffentlichten Arbeitsunterlagen gibt es noch einige Widersprüche. Deshalb ist auch die daraus abgeleitete Tabelle nur ein Zwischenstand für eine erste Orientierung. Doppelbelegung von Bahnsteiggleisen: Vierzehn Züge halten in Gleisabschnitten mit angehängtem " a ". Das sind jeweils die zweiten Züge einer Doppelbelegung. Das heißt, der erste Zug muss bis ans Ende des Bahnsteigs in Fahrtrichtung durchfahren, während der a- Zug noch vor der Mitte anhält. Nicht immer überlappen sich die fahrplanmäßigen Standzeiten. Dann ist die Doppelbelegung nur eine Reserve, falls der erste Zug Verspätung hat. Beispiel: Gleis 7 nach 0708 Uhr und Gleis 8 nach 0707 Uhr. Auch Umsteigebeziehungen können die Wahl der Bahnsteighälfte beeinflussen. Mehr dazu im Kapitel 2, Länge der Züge, am Ende dieser Seite! |


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Fußnoten: |
Gelb hinterlegte Zugnummern: Diese Züge sind bei der Erweiterung von 41 auf 49 Züge hinzugekommen. |
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Bemerkungen zum Fahrplan: Bemängelt werden müssen jedoch einige unrealistisch kurzen Haltezeiten: Weil ich im obigen Fahrplan auf volle Minuten aufgerundet habe, sollte man sich zu dieser Frage den sekundengenauen Gleisbelegungsplan auf Seite 26 im Fahrplanrobustheitsprüfung, DB Netz AG, 30.06.11, Teil 1 anschauen. Mit einer Minute und sechs Sekunden (kann nur ein Fehler sein) findet man dort auf Gleis 1 um 0745 Uhr Linie 3. |
Mit aufgerundet zwei Minuten findet man oben mit Ankunftzeit 0714 Uhr: Linie 2; 0744 Uhr: Linie 3;
0744 Uhr: Linie 2; 0759 Uhr: Zusatz−IRE Vaih.−Ulm. Gleichzeitig anwesende Züge: |
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Zufahrtstunnel zwischen 0700 und 0800 Uhr Obertürkheimer Tunnel: 9 Züge (einer davon unklar), Abstände >=5 min, unkritisch. Bad Cannstatter Tunnel: 10 Züge. Alle in dieser Stunde von Bad Cannstatt kommenden Züge halten dort auch, sind in der
Tabelle also gut zu erkennen. Feuerbacher Tunnel: 17 Züge. Abstände: 3, 4, 6, 4, 4, 3, 3, 3, 3, 3, 1, 6, 4, 4, 5, 2. |
Ausfahrtstunnel zwischen 0700 und 0800 Uhr Obertürkheimer Tunnel (6 Züge) und Untertürkheimer Tunnel (11 Züge) nutzen auf den ersten Kilometern ein
gemeinsames Ausfahrtsgleis. Deshalb hier die Abstände für die 17 Züge Richtung Plochingen und Abstellbahnhof: Bad Cannstatter Tunnel: 10 Züge, Abstände: 8, 9, 4, 5, 3, 7, 6, 6, 9. |
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Seltsame Zusatzzüge Bei der Stresstest- Präsentation (Palmer, Folie 15) wurde festgestellt, dass wegen der problematischen Wendlinger- Kurve ein Zug aus Tübingen über die Filder nicht realisierbar war. Einen unsinnigen Ersatz, nur um auf 49 Züge zu kommen, darf man nicht mitrechnen. Zeitliche Verteilung der Zusatzzüge 1) Der um 0726 Uhr eintreffende Zusatz- RE (80001-1) aus Ulm fährt nur sechs Minuten hinter dem RE der Linie L8 her (80003). 2) Nur fünf Minuten liegen die beiden Züge aus Karlsruhe auseinander, die um 0752 und 0757 Uhr eintreffen. Hier fährt der Zusatzzug (60003-1) vor dem Zug der Linie 6 (60005), siehe dunkelblaue Klammer! Die Abfahrtszeit in Karlsruhe liegt sogar nur drei Minuten auseinander. 3) Der kürzeste Abstand bezüglich Ankunftszeit dürfte folgender sein: Der Zusatzzug Nummer 30003-1 aus Heilbronn kommt um 0718 Uhr vier Minuten nach dem Zug Nr.20003, Linie 2 aus Osterburken, an (gelbe Klammer). Seine Abfahrtszeit in Heilbronn um 0639 liegt 9 min. nach dem Linienzug. 4) Auch im Fernverkehr sind zeitlich nahe beieinanderliegende Züge Ulm- Stuttgart zu finden: Der EC-300 (Ankunft 0739 Uhr) und der Zusatz-IC224-1 (Ankunft 0735 Uhr) fahren auf derselben Strecke bis Heidelberg. Das ist nur akzeptabel, wenn man davon ausgeht, dass sie sich ab Heidelberg auf weitere Strecken verzweigen, was aus den Unterlagen nicht zu entnehmen ist. Z.B. Heidelberg- Darmstadt- ...Hamburg und Heidelberg- Mannheim- ...Köln. Als dritter Zug zwischen Ulm und Stuttgart fährt wenige Minuten zuvor der um 0732 Uhr eintreffende Zusatz-IRE 50000-1. Das lässt den Schluss zu, dass der IC nur deshalb in Ulm eingesetzt wird, weil die Zufahrt vom Abstellbahnhof Untertürkheim Probleme macht, oder weil er dadurch die verlangte Zahl von 49 ankommenden Zügen voll machen sollte. Im Fahrplan sind die drei Züge durch die rote Dreifachklammer markiert. Diese zeitlich benachbarten vier Zugpaare könnten höchst wahrscheinlich durch einfache Züge doppelter Länge ersetzt werden, ohne dass dadurch viele Fahrgäste einen Nachteil hätten. Sie dürften logischerweise im Stresstest nur einfach gerechnet werden. Es ist also praktisch ein 45− Züge- Stresstest. |
Länge der Züge Doppelbelegung wird nur in der Spitzenstunde als letzte Reserve akzeptiert. Zu den anderen Zeiten könnten längere Züge fahren. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Linienzüge den ganzen Tag über mit gleicher Wagenzahl fahren werden. Denn das Abhängen von Wagen ist nicht mehr möglich, und das Austauschen von langen gegen kurze Züge würde zwei zusätzliche Fahrten zum Abstellbahnhof in Untertürkhein erfordern. Man muss davon ausgehen, dass die Bahn aus betriebstechnischen Gründen nicht das aus Sicht des Reisenden und aus Sicht der Landesregierung Optimale wird anbieten können. Die heutige Unflexibilität, die durch festgekuppelte Triebzuge noch verschärft wird, erschwert eine optimale Anpassung an die Fahrgastzahlen. Wahrscheinlich aus diesem Grund hat man sich darauf beschränkt, für das Jahr 2020 dreißig Prozent mehr Züge pro Stunde (außerhalb der Spitzenstunde also 26 Züge) vorzusehen. Wenn man die Doppelbelegung vermeiden könnte, würde man auf den Strecken mit viel Verkehr durch Verlängerung der Züge einige einsparen können. Auf denen mit wenig Verkehr natürlich nicht, weil da sonst die Taktzeit zu groß würde. Man sollte auch nicht ganz ausschließen, dass trotz Erhöhung der Zugzahl außerdem noch die Wagenzahl vergrößert werden muss. Die künftigen Fahrgastzahlen der Zusatzzüge sind noch schwerer vorherzusehen. Deshalb erscheint es mir leichtsinnig, dafür Kurzzüge für Doppelbelegung der Bahnsteiggleise vorzusehen. Weil die Pendlerzüge meistens nach einer Fahrt im Abstellbahnhof verschwinden, kann ihre Länge ohne weitere Rücksichtnahme allein von Bahnsteiglängen und Sitzplatzbedarf abhängen. Ein Teufelskreis, wenn man da mit Doppelbelegungen anfängt: Kürzere Züge = noch mehr Züge = noch mehr Doppelbelegungen = auch noch mehr normale Linienzüge müssen kurz sein. Der größte Nachteil der Doppelbelegung ist also, dass Zusatzzüge nicht verlängert werden können.
Davon betroffen sind insbesondere folgende Züge, bei denen zuerst Engpässe auftreten könnten: Ohne diese Beschränkungen würde man zunächst den Normalzug verlängern, könnte sich bei Zunahme der Fahrgastzahlen also länger einen Zusatzzug sparen. Mit langem Zusatzzug und verlängertem Normalzug könnten dann z.B. auf der Remsbahn 60% mehr Fahrgäste befördert werden, als bei S21 mit zwei Doppelbelegungs- tauglichen Zügen. |
Stand 17.09.11 Fortsetzung: Kapitel 3, Fahrstraßenausschlüsse Zurück zur Startseite